Türen aufstossen zu mehr Vielfalt

Shireen Begum, Mitarbeiterin bei IKEA Indien, ist eine von vielen Frauen, die die eingestaubten Geschlechterrollen des Landes infrage stellen.

Weltweit gab es 208.000 IKEA Mitarbeiter zum Ende des Geschäftsjahrs 2018 (Sep 2017 - Aug 2018).

Eines stellt sich wieder und wieder heraus: Mehr Vielfalt am Arbeitsplatz macht einen Betrieb kreativer und relevanter. Daher sahen wir in der Tatsache, dass sich für das erste IKEA Einrichtungshaus in Indien nur 20% Frauen bewarben, eine grossartige Möglichkeit.

„Ich glaube, es ist eine wunderbare Zeit für junge Frauen in Indien”, sagt Preet Dhupar, Finanzchefin bei IKEA Indien. „Wenn Indien eine starke Wirtschaft will, können wir nicht 50% der Bevölkerung ignorieren. Und wir können eine wichtige Rolle in diesem Veränderungsprozess spielen.”

Der Eintritt ins Berufsleben gestaltet sich für Frauen in Indien jedoch oft schwierig, weil die Gesellschaft ihnen mit Skepsis begegnet. Shireen Begum und Safia Begum, die jüngst bei IKEA in Hyderabad angestellt wurden, sahen dies als Möglichkeit, andere Mädchen und Frauen zu inspirieren.

Beide Frauen sind in ihren frühen 20ern und mussten soziale Tabus durchbrechen, um in der Arbeitswelt anzukommen. „Wichtig ist, die Mentalität zu verändern”, sagt Shireen.

Ein Foto von Preet Duphar, IKEA Indiens Finanzchefin

„Wenn Indien eine starke Wirtschaft will, können wir nicht 50% der Bevölkerung ignorieren."

– Preet Dhupar, Finanzchefin, IKEA Indien

Shireen und Safia hörten zum ersten Mal vom IKEA Einrichtungshaus in Hyderabad, als sie noch ihr College besuchten. Sie informierten sich und stellten fest, dass wir Bewerber für unser Schulungsprogramm suchten, an das sich ein beruflicher Werdegang anschliessen konnte. Kurzerhand entschieden sie sich zu einer Bewerbung, mussten jedoch zuerst ihre Familien von dem Plan überzeugen. Weder Safias noch Shireens Eltern hatten eine höhere Schule besucht und sie waren überrascht von der Zielstrebigkeit ihrer Töchter.

„Ich hatte nie daran gedacht, nach dem Studium auch zu arbeiten”, gesteht Shireen. „Als Mädchen erwarteten meine Eltern nicht von mir, dass ich eine Karriere haben würde. Und da sie nicht wirklich viel über die Arbeitswelt wussten, musste ich ihnen erst einmal viel erklären”, sagt Shireen. „Anfangs machten sie sich viele Sorgen darum, dass der Arbeitsplatz nicht sicher genug wäre. In Indien gibt es häufig Meldungen über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Aber heute, wo sie sehen, wie ich mich entwickele, ist alles anders.”

Änderung der Einstellung

In Indien tragen Frauen häufig die grösste Last bei der Versorgung der Familie. Das macht ein Gleichgewicht zwischen Zuhause und Karriere zu einem schwierigen Unterfangen. Shireen und Safia wissen genau, wie das ist – beide kochen für ihre Geschwister, putzen, kümmern sich um den Haushalt und tragen auch auf andere Weise zum Familienleben bei. Für sie beginnen die Familienpflichten bereits Stunden, bevor sie am Arbeitsplatz eintreffen.

Shireen und Safia begannen ihre Stellen bei uns mit klaren Zielen. Für die Zukunft sehen sie sich in Managementpositionen und hoffen beide, dass ihre Position es ihnen irgendwann ermöglicht, auch zu reisen.

„Ich will reisen, um Menschen aus anderen Ländern und Religionen zu treffen. Und ich will neue Sprachen lernen”, sagt Safia. „Es ist wichtig, dass Menschen ihr Gegenüber so gut wie möglich verstehen. So entstehen Missverständnisse gar nicht erst.”


„Als Mädchen erwarteten meine Eltern nicht, dass ich einmal eine Karriere haben würde."

– Shireen Begum, Mitarbeiterin, IKEA Food
Shireen Bogum und andere Mitarbeiterinnen diskutieren die Zukunft von Frauen auf dem indischen Arbeitsmarkt.

Zu verstehen und Lösungen zu finden, die Kunden helfen: Tägliche Aufgaben für Shireen Begum, Mitarbeiterin bei IKEA Food.

Einstellungen. Aber fair.

Als die Einstellungen für das Einrichtungshaus Hyderabad begannen, waren 80 Prozent der Bewerber männlich. „Da konnten wir doch nicht einfach herumsitzen und warten”, sagt Anna-Carin Månsson, Retail Country HR Manager bei IKEA Indien.

Ab diesem Moment begann IKEA Indien daher mit der landesweiten Suche nach weiblichen Talenten, knüpfte Geschäftskontakte und nahm Verbindung mit anderen Organisationen und Universtitäten auf. Wichtigste Priorität war, Frauen dazu zu bringen, sich zu bewerben und ihre Karrieren zu unterstützen.

„Am Ende bekommt die am besten qualifizierte Person die Arbeit”, sagt Preet. „Aber ich möchte im Einstellungsprozess aus einer ausgewogenen Anzahl von Männern und Frauen wählen können.”

Das Ergebnis der Anstrengungen von IKEA Indien bei der Einstellung ist ein 50:50-Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Darauf können sie sehr stolz sein. Und mit der Aussicht von ca. 15'000 neuen IKEA Mitarbeitern in den nächsten Jahren liegt eine noch tollere Zukunft vor den Frauen.

Safia Begum, Mitarbeiterin bei IKEA Indien, ist froh, eine Arbeit zu haben, die mit ihrer Familie vereinbar ist.

Safia Begum vom IKEA Service Business Support Team findet, dass ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern eine offene Umgebung schafft, die Mitarbeiter ermuntert, sich mit den unterschiedlichen Beiträgen wohlzufühlen, die sie leisten.

Ein ausgewogenes Verhältnis

Bei IKEA Indien ermuntern wir Männer und Frauen gleichermassen, ein besseres Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leben zu schaffen. Mitarbeitervergünstigungen wie ein Kinderbetreuungsprogramm namens DAGIS (Hort in Schwedisch) und eine einzigartige Elternzeitregelung (kein anderes Unternehmen in Indien bietet Vätern 6 Monate) sind Beispiele dafür, wie IKEA Indien ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben fördert.


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